Photographie – Wiesbaden; Impressionen
Gehen wir es theoretisch an: Die Wiesbadener Innenstadt ist sehr einheitlich, bestehend aus Klassizismus, Historismus und Jugendstil. Nahezu alles erbaut in einem Zeitraum von etwa 60 Jahren, von etwa 1850 bis 1914, und nahezu komplett erhalten, eine Stadt die das Glück hatte, im 2. Weltkrieg nicht zu sehr beschädigt zu werden.
Eine Kurstadt mit großen Alleen, großen Parkanlagen und repräsentativen öffentlichen Bauten.
Soll ich sie aufzählen? Nein, vielleicht in einem anderen Beitrag.
Neben dem theoretischen gibt es noch die subjektiven Eindrücke. „Mein“ Wiesbaden, ein Sommertag morgens um 8 in den großen Parkanlagen. Und ja, ich befinde mich wirklich im Stadtkern, auch wenn es anders wirkt.
Zuletzt las ich eine Formulierung, in der eine Amerikanerin Wiesbaden als eine „glitzernde kleine Stadt“ beschrieb. Eine selten treffende Äußerung. Es glitzert tatsächlich gerne vor sich hin, mit seinen aufwendigen Fassaden aus dem späten 19. Jahrhundert, seinem irgendwie allgegenwärtigen Kaiser, dem „Wahrzeichen“ Kurhaus, das nachts vor lauter Beleuchtung wirklich glitzert, umringt vom Staatstheater, Casino und Grand Hotel. Als ich hier her gezogen bin, wirkte die Gegend teils unwirklich auf mich, teils wie blank geleckt.
Ich hoffe, ich kann meine Kamera so weit reparieren, um meine „glitzernde kleine Stadt“ zu Weihnachten zu photographieren, wenn sie wirklich, wirklich, wirklich glitzert, wenn sie sich mit den großen Lichter-Lilien in Schale geworfen hat und manchmal ein wenig wie Disneyland wirkt.
Derweil: Hochsommer, morgens um 8, ein Spaziergang durch den Park am warmen Damm sowie den benachbarten Kurpark, ganz ohne die bekannten Bauten, die Eindrücke eines Tages.
