Sonntag, 11. April 2010 4:17
Neues Semester, neues Glück… nachdem mir letztes Semester ja das Projekt und die ganze Wohnung absoff, hier der Neustart.
Allem voran wie immer: Landschaftsmodell… sieht diesmal so aus, wie immer mit einer Lücke für die jeweiligen Entwürfe.

Ein wenig knifflig: 15.000qm Forschung auf ein Gelände mit insgesamt über 20m Höhendifferenz, einebnen verboten. Okay, einebnen wäre auch blöd, wo sonst kann man mehr als ein Erdgeschoss bauen als am Hang? Dennoch: gibt einfacheres.
Auch wo anfangen gab reichlich zu knabbern. Städtebaulich gibt’s hier viel Grün, viel Aussicht, und viel, viel kleinteilige Bebauung, und daneben stellen wir 15.000qm? Uff…
Ich habe einmal mit den einzigen auffallenden Gebäuden begonnen, um mich in den Kontext einordnen zu können: ein hoher Zweckbau der Stadtwerke, ein Bürobau. Über deren Schönheit kann man streiten, aber sie fallen auf und man merkt sie sich. Also habe ich mich am Ende meiner langen Einfahrtstrasse mit einem ähnlich dimensionierten Bau für die Verwaltung dem Zweckbau der Stadtwerke gegenüber gestellt, damit verberge ich auch absichtlich meinen Flügel mit dem Auditorium. Im Geiste hab ich diese beiden „Hochpunkte“ immer als Tor und Gegentor bezeichnet, man biegt am einen Hochpunkt in die Trasse ein und geht damit genau auf den nächsten Hochpunkt zu. Die Fassade orientiert sich auch in einer eher flächigen, massiven Erscheinung an dieser Tatsache, soll mehr zur „Scheibe“ werden um dem Industriebau korrekt gegenüber zu stehen.
Das Scheibenmotiv zieht sich fort in die Außenanlagen, hier stehen Betonscheiben mit offenen Durchgängen, auch um die nur halb öffentlichen Anlagen etwas abzugrenzen, der Foyerbau hingegen im Erdgeschoss der Verwaltung ist sichtbar aus Glas, leicht zu erkennen: hier wird man begrüßt.
Betritt man die Anlage doch durch die Betonscheiben, so landet man auf dem inneren Platz direkt vor der Bibliothek, hier öffnet sich die ganze Anlage wieder, man steht vor der eher wuchtigen Bibliothek, den Hang hinauf findet sich der lange Bau mit den Forschungsabteilungen, weit oben, hier hat kein Unbefugter etwas zu suchen. Übrigens, an der Bibliothek findet sich das Scheibenmotiv in der Eingangssituation wieder, an der Forschung an der Anlieferung, wo es weiteres Gaffen abhalten soll. Sonst zieht es sich durch die gesamte Gestaltung der Außenanlagen fort.
Genug geredet für diesen Entwurf, hier noch Einsatzmodell und Plan:


Im zweiten Gedanken versuchte ich es anders herum… der Versuch hier war, mich etwas kleinteiliger zu zeigen, um zur Umgebung zu gehören, und mit einer Staffelung den Hang möglichst weit auszunutzen. Diese Version mit 5 Gebäuden sitzt komplett auf der Baugrenze und umschließt damit das größtmögliche interne Areal, ein Motiv das sich bei asiatischen Tempelanlagen findet.
Hier staffele ich die Forschung mit ihren Hallen und kleinen Büros etc den Hang hinunter, erst südlich und damit unten am Hang steht der Foyerbau, die Außenanlage hält einen davon ab, ohne diesen zu durchqueren in die inneren Plätze zu geraten.
Genau betrachtet habe ich mich mit dem ganzen System bei der verbotenen Stadt bedient, die Bauwerke werden benutzt, um einen internen Bereich abzugrenzen und möglichst wenig Controlling verwenden zu müssen.
Knackpunkt ist natürlich, dass ich mir damit Platz raube, um mit einem Rampensystem und diversen benötigten Plätzen für die Anlieferung, auch mit großen LKWs, die Hallen zu bedienen. An sich funktioniert die Idee, nur macht mir hier eben die Steigung zu schaffen, hier Platz vor der Halle, Rampe plus Wendebereich für einen LKW einzufügen wird extrem knifflig.
Aber genug davon… auch hier wieder: Einsatzmodell und Plan.
